Konzept zur Differenzierung


 Konzept zur Differenzierung Lindenschule Buer/Oberschulzweig 

 

1. Innere Differenzierung 

1.1 Jahrgangsbezogener Unterricht - Binnendifferenzierung 

Ab der 5. Klasse wird im Oberschulzweig jahrgangsbezogen gearbeitet: Alle Kinder werden unabhängig von ihrer Schullaufbahnempfehlung in die Eingangsstufe aufgenommen und gemeinsam unterrichtet. Auf diese Weise wird den Schülern Zeit gewährt anzukommen, sich zu orientieren und eine Klassengemeinschaft zu bilden. Die Lehrer des Klassenlehrerteams dienen als Bezugspersonen und erste Ansprechpartner für Schüler und Eltern. Sie begleiten die Klasse in der Regel 3 Jahre. 

Zentraler Aspekt des jahrgangsbezogenen Unterrichts ist das einzelne Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten. Demzufolge wird im Unterricht mit einer ausgeprägten Binnendifferenzierung gearbeitet: Gelernt wird nicht im „Gleichtakt“, sondern in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Tempi. 

Binnendifferenzierende Maßnahmen zur Berücksichtigung individueller Unterschiede der Schüler einer Lerngruppe sind: 

  •  dem persönlichen Lern- und Leistungsstand angepasste Arbeitsblätter 
  •  Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen 
  •  Arbeitsaufträge mit differenzierten Anforderungen 
  •  verschiedene Zugänge zu einzelnen Themen: Lernen durch hören, sehen, handeln. 

Die Anforderungsstufen der einzelnen Aufgaben werden im Unterricht durch Symbole gekennzeichnet (Gewicht, Waage, Feder). Auf diese Weise erhält das Kind sofortige Rückmeldung über seinen Leistungsstand und lernt sich selbst realistisch einzuschätzen. Die Schüler wählen aus dem Lernangebot aus und bestimmen ihren Lernprozess mit. Dabei können leistungsstärkere als auch leistungsschwächere Schüler ihre Potentiale nutzen und Lernerfolge erzielen. Der Lehrer wird zum Berater, Helfer und Lernbegleiter.

 

In den Klassenarbeiten sind alle Anforderungsstufen enthalten; sie setzen somit die symbolgestützte Differenzierung fort. Die Schüler lösen die Aufgaben ihrem Leistungsstand entsprechend, können aber auch weiterführende Aufgaben bearbeiten. 

 

Unterstützend wird im 5. Schuljahr in den Hauptfächern, wenn möglich, in Doppelbesetzung gearbeitet. Die Anwesenheit von zwei Lehrern in einer Lerngruppe ermöglicht eine individuellere Förderung einzelner Schüler innerhalb der bestehenden Lerngruppe. 

Durch offene Unterrichtsformen wie 

  •  Freiarbeit 
  •  Tages- und Wochenplanarbeit 
  •  Stationenlernen 
  •  Projektarbeit 
  •  Portfolioarbeit 
  •  Werkstattunterricht 
  •  Freie Lernzeit 

wird selbstständiges und entdeckendes Lernen ermöglicht. Es handelt sich hierbei um Übung und Festigung des Gelernten, aber auch um Transfer und um die Förderung von problemlösendem Denken. 

Unterstützend finden wechselnde soziale Arbeitsformen im Unterricht Anwendung:

Durch Gruppen-, Partner-, Einzel- und Plenumsarbeit wird der Vorteil der Heterogenität im Klassenzimmer genutzt. Gegenseitiges Helfen, Erklären und Unterstützen sowie das Voneinander-Lernen sind wichtige soziale Kompetenzen, die ausgebaut werden sollten. 

 

1.2 Eigenverantwortliches Arbeiten 

Neben dem binnendifferenzierten Unterricht gibt es im Oberschulzweig Zeiten des eigenverantwortlichen Arbeitens und Lernens (EVA). Ab dem 5. Schuljahr werden Themen und Projekte der Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie Erdkunde und Geschichte in zunehmender Eigenregie bearbeitet. Inhalte können sein: 

  •  Wiederholungen 
  •  Übungen und Anwendungen 
  •  Hinterfragung von bereits Gelerntem 
  •  Sich messen an komplexen Aufgaben 
  •  Lernen von neuen Themengebieten nach Interessenslage 
  •  Übertragen von Gelerntem auf neue Inhalte 

Der Lehrer steht helfend oder beratend zur Seite. 

Das eigenverantwortliche Lernen ist eine wichtige Kompetenz, die es in der Schule zu erwerben gilt. Nur wer Lernprozesse selbstständig organisieren kann und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden kann, ist in der Lage sich bedeutende Informationen und Zusammenhänge nach eigenem Bedarf anzueignen. 

 

1.3 Lernen lernen - Methodentraining 

Von Klasse 5 bis Klasse 9 finden pro Halbjahr zwei Methodentage statt. An diesen Tagen lernen die Schüler unterschiedliche Lernmethoden und Arbeitstechniken kennen und üben sie fachübergreifend, praxisbezogen ein. Dazu gehören z. B. Brainstorming, Mindmaps, Lesetechniken zum besseren Textverständnis, 

Arbeitsplatzgestaltung etc. Sie geben den Schülern Werkzeuge zum selbstständigen, eigenverantwortlichen und effektiven Arbeiten an die Hand. Diese Techniken sind auch über die Schulzeit hinaus für den Beruf von großer Bedeutung. 

 

2. Äußere Differenzierung 

2.1 Fachleistungskurse 

Ab dem 6. Jahrgang werden die Schüler in den Fächern Mathematik und Englisch ihrer Leistungsstärke entsprechend in Grund- oder Erweiterungskursen unterrichtet. Eine kursbezogene Differenzierung und Förderung hat das Ziel, die verbindlich vorgeschriebenen Anforderungen und Kompetenzen unter Berücksichtigung des individuellen Lernverhaltens und Lernstands zu erreichen. Zudem stehen für Schüler der Grundkurse jeweils eine zusätzliche Stunde in Mathematik und eine in Deutsch zur Verfügung. 

Die Einteilung in Kurse bringt mehrere Vorteile mit sich: 

  •  Kleinere Lerngruppen ermöglichen eine individuellere Förderung der Schüler. 
  •  Lerngruppen setzen sich entsprechend der Lernvoraussetzungen und des Lerntempos zusammen. 
  •  Auch in den Kursen findet binnendifferenzierter Unterricht statt. 

Ein Wechsel zwischen den Kursen ist möglich. Darüber entscheidet die Klassenkonferenz. 

 

Ab dem 8. Schuljahr erfolgt eine kursbezogene Differenzierung in dem Fach Deutsch; in der 9. und 10. Klasse eine zusätzliche in dem Fach Chemie. 

Die Einteilung in Kurse basiert primär auf den gezeigten Leistungen und den vollzogenen Lernentwicklungen im jahrgangsbezogenen Unterricht. Die Beurteilungskriterien hierfür resultieren aus den Beschlüssen der Fachkonferenzen. Die Persönlichkeit des Schülers wird im Rahmen der Kurszuteilung beachtet. 

Durch die Binnendifferenzierung erhalten die Lehrer Rückmeldung über den Leistungsstand jedes einzelnen Kindes. In regelmäßigen Beratungsgesprächen werden die Eltern über das Leistungsbild und die Entwicklung ihrer Kinder informiert. 

 

2.2 Wahlpflichtkurse 

Entsprechend ihrer Interessenslage, Berufswünsche und Neigungen wählen die Schüler in den Jahrgängen 6 bis 8 Wahlpflichtkurse (WPK) jeweils für die Dauer eines Jahres. In diesen Kursen erhalten sie im gewählten Fach vertiefendes Wissen. 

Beispiele für Wahlpflichtkurse: 

  •  Englisch 
  •  Französisch 
  •  Sport 
  •  Mathematik 
  •  Hauswirtschaft 
  •  Technik

Die Anzahl der Wahlpflichtstunden ist abhängig von den Anforderungsebenen der Fachleistungskurse, die die Schüler in den Fächern Mathematik und Deutsch belegen. 

  •  Zwei Grundkurse -  Die Schüler belegen einen zweistündigen Wahlpflichtkurs; sie erhalten zusätzlich jeweils eine Unterrichtsstunde in Deutsch und in Mathematik. 
  •  Zwei Erweiterungskurse -  Die Schüler belegen zwei zweistündige Wahlpflichtkurse oder einen vierstündigen Wahlpflichtkurs (Französisch) 
  •  Einen Grundkurs und einen Erweiterungskurs -  Die Konferenz entscheidet, ob der Schüler einen oder zwei Wahlpflichtkurse, bzw. einen vierstündigen Wahlpflichtkurs belegt. Belegt der Schüler einen Wahlpflichtkurs, erhält er zusätzlich jeweils eine Unterrichtsstunde in Deutsch und in Mathematik. 

2.3 Schwerpunktbildung 

In den letzten beiden Jahrgängen geht es um die berufspraktische Vorbereitung. Profile und WPKs dienen der Vorbereitung auf den Eintritt in die berufliche Ausbildung, dem Übergang zur Berufsbildenden Schule oder dem Übergang zum Gymnasium. Profile werden jeweils für zwei Jahre gewählt, WPKs werden für ein Jahr belegt.

Abhängig von den gezeigten Leistungen und den Berufsvorstellungen wählen die Schüler ihre Kurse. 

Die Schüler, die einen Realschulabschluss anstreben, belegen ab Klasse 9 entweder ein zweistündiges Profil und einen WPK oder zwei zweistündige Profile oder weiterhin das vierstündige Profil Fremdsprachen in der Sprache Französisch. Um einen Realschulabschluss erhalten zu können, müssen mindestens zwei Erweiterungskurse belegt werden. 

Die Schüler, die einen Hauptschulabschluss anstreben, belegen einen WPK und die zusätzliche Förderung in den Fächern Mathematik und Deutsch. 

Die angebotenen Profile umfassen folgende Bereiche: 

  •  Gesundheit und Soziales, 
  •  Wirtschaft 
  •  Technik 
  •  Fremdsprachen 

Der Schwerpunkt Fremdsprachen setzt die Teilnahme an dem Wahlpflichtkurs Französisch ab Klasse 6 voraus und ist Bedingung für den Wechsel auf das Gymnasium nach der 10. Klasse. 

Die angebotenen WPKs sind in der Regel Werken und Hauswirtschaft. 

 

2.4 Arbeitsgemeinschaften 

Die Arbeitsgemeinschaften werden unter Berücksichtigung der Interessen und Neigungen der Schüler angeboten und runden unser Differenzierungsangebot ab. 

Es können beispielsweise Arbeitsgemeinschaften zum Theaterspielen, zum Dorfgeflüster (Schüler- und Dorfzeitung), zu den großen Sportarten, wie Tennis, Handball, etc., zur Naturbeobachtung, zu mathematischen Rätseln und vieles mehr für ein Halbjahr gewählt werden. Auch berufsvorbereitende AGs, wie die Landmaschinen -AG, in der alte Maschinen restauriert werden, werden angeboten. 

Auf diese Weise bieten wir den Schülern ein reichhaltiges Freizeitangebot, in dem Interessen ausgekundschaftet und vertieft werden können. 

 

2.5 Generationen-Werkstatt 

Gemeinsam mit der Ursachenstiftung bieten wir das Projekt Generationen-Werkstatt an, in dem eine kleine Anzahl von Schülern wöchentlich zwei Stunden in einen handwerklichen Betrieb gehen und dort gemeinsam mit einem Betriebssenior ein Projekt bearbeiten. 


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