das zweite buchprojekt

"Nachgekommen - FRAUEN in der Gastarbeitergeschichte"



Buchpräsentation - Bericht aus dem Meller Kreisblatt


Vorankündigung: buch-präsentation am 24. November

Seit knapp zwei Jahren arbeitet eine engagierte Projekt-Gruppe an dem zweiten Buch zur Gastarbeiter-Geschichte. Eineinhalb Jahre waren Schülerinnen der Lindenschule Buer unter der Leitung von Annegret Tepe vom Jugendwagon damit beschäftigt, Frauen aus der ersten Generation der damaligen Gastarbeiter zu befragen und deren Geschichten aufzuschreiben. Zusätzlich wurden Frauen aus der zweiten Generation zu ihrer Wahrnehmung der Situation ihrer Mütter befragt, und auch einige Zeitzeugen aus dem Umfeld in Buer gehörten zu den Gästen dieser Arbeitsgruppe.

 

Zu der Gruppe der Schülerinnen gehören: Zekiye Azattemür, Tugba Bagsiz, Ceren Catal, Sarah Ekeler, Jule Saßenberg und Kristin Weber. Sie nahmen viele zusätzliche Termine in Kauf um in diesem Projekt mitzuarbeiten: Gespräche in den Familien und in der Schule, Arbeitsgruppentreffen, um Themen aus den Gesprächen auszutauschen und Hintergründe näher zu beleuchten, Termine zur Abstimmung zur Buch-Konzeption und zum Layout, etc.

Das Buch wird den Beteiligten und Gesprächspartnern, den Unterstützern und geladenen Gästen am 24. November im Beisein der Schirmherrin Doris Schröder-Köpf in der Lindenschule präsentiert.  Am 25. November haben dann Interessierte die Gelegenheit sich sowohl die zum Projekt gehörende Ausstellung als auch das Buch anzuschauen und mit Beteiligten ins Gespräch zu kommen.

Die Facetten auch dieses zweiten Bandes zur lokalen Gastarbeiter-Geschichte sind vielseitig. Oft sind die Frauen kaum wahrgenommen worden, viele pauschale Bilder sind entstanden, aber kaum jemand konnte Einblick gewinnen in die persönlichen Lebensgeschichten. Das ist der Projektgruppe nun in beeindruckender Form gelungen. Viel Vertrauen wurde ihnen entgegen gebracht in den Gesprächen zu den Lebensbedingungen der Frauen, zu ihrer Rolle in den Familien, zu ihrem Leben zwischen zwei Kulturen und Gesellschaften, zu ihrem Arbeitsleben, zu ihren Möglichkeiten, Chancen und Grenzen in der deutschen Gesellschaft. Es sind Einblicke in sehr persönlichen Geschichten, Wahrnehmungen, Hoffnungen, Sorgen und Perspektiven – oft verbunden mit starken Emotionen

„Es lohnt sich zuzuhören“ ist das einhellige Fazit der Projektgruppe.


Projekt-beschreibung

 Seit nunmehr 50 Jahren leben bei uns in Buer und Melle Menschen, die ursprünglich als Gastarbeiter zu uns gekommen sind – aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Interessen und unterschiedlichem Lebenshintergrund.

Mit ihnen hat sich unser Leben hier verändert – die Frauen und Familien der ehemaligen Gastarbeiter sind „nachgekommen“ – aber besonders die Frauen sind vielfach mit ihrem persönlichen Hintergrund und ihren Problemen bei der Eingliederung in die für sie „neue“ Gesellschaft wenig wahrgenommen worden.

 

Mit den persönlichen Geschichten der Frauen in der Gastarbeiter-Geschichte beschäftigen wir uns in diesem Projekt: mit ihrer Rolle in den Familien, ihrem Leben zwischen zwei Kulturen und Gesellschaften, mit ihren Möglichkeiten, Chancen und Grenzen des Lebens in Buer, Melle und Umgebung; mit ihren persönlichen Geschichten, Wahrnehmungen, Hoffnungen, Sorgen, Chancen und Perspektiven.

Schülerinnen aus der Oberschule der Lindenschule und Mädchen aus dem Umfeld des Jugendwagons befragen und porträtieren diese Frauen, halten ihre Geschichten in Bildern und Texten fest, führen Interviews, lassen diese Frauen zu Wort kommen, sprechen mit Zeitzeugen, tragen Fotos und Erinnerungen aus der damaligen Zeit zusammen – ein weiblicher Blick auf Frauen-Geschichten in Buer und Umgebung .

Mit diesen Materialien soll ein zweiter Band zu unserem Buch „Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter“ entstehen, der die gemeinsame 50-jährige Geschichte der Gastarbeiter in Buer und ihrer Familien in ihrer neuen Umgebung weiter beleuchtet.

Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2017 geplant.