Nachgekommen -

Frauen in der Gastarbeitergeschichte

Auszeichnung durch das bfdt

Bündnis für Demokratie und TOleranz

Mit beiden Buchprojekten in der „Bundesliga“ angekommen

Eine erfreuliche Nachricht gab es kurz vor Jahresende: das „BfDT“ - Bündnis für Demokratie und Toleranz - stuft auch das zweite Buchprojekt zur Gastarbeitergeschichte als ‚vorbildlich‘ ein und zeichnet es mit einem Preis aus. 

Bei einem Pressetermin am 17. Dezember in der Lindenschule äußerten sich neben den beiden „Macherinnen“ des Buches Annegret Tepe und Uschi Thöle-Ehlhardt, auch die beteiligten Schülerinnen beeindruckt von der Auszeichnung.

 

 

Foto von links: 

Songül Catal (Interviewpartnerin), Werner Hülsmann (Integrationsbeauftragter LK), Annegret Tepe (AG-Leitung), Uschi Thöle-Ehlhardt (Projektleitung), Jule Saßenberg, Kristin Weber, Ceren Catal (beteiligte Schülerinnen), Birgit Meyer (Lindenschule), Annegret Mielke (Stellv. Bürgermeisterin)

 

Ceren Catal betonte, ihr sei es wichtig gewesen den Frauen, die zum großen Teil ihren Männern in die neue Heimat nachgekommen sind, ein Bild und eine Stimme zu geben, deutlich zu machen, dass sie keine einfachen Bedingungen vorfanden: „Zu diesen Frauen gehörte auch meine Oma – auch ich habe viel Neues über ihr Leben erfahren.“ Jule Saßenberg griff einen anderen Aspekt des Buches auf: „Unser Buch zeigt auch, wie die zurück gebliebenen Frauen ihr Leben in der ‚alten’ Heimat ohne ihre Männer organisiert und gestaltet haben – auch das war nicht einfach.“ „Es gab viele beeindruckende und sehr persönliche Geschichten der Frauen. Wir hatten auch sehr emotionale Situationen“, erinnert sich Kristin Weber an Besuche bei den Frauen. Alle sind sich sicher, dass sie von den Gesprächen und der gemeinsamen Arbeit an dem Buch sehr viel für ihre Lebenseinstellung mitnehmen konnten.

„Diese Auszeichnung ist eine besondere Ehre für uns“, freut sich Uschi Thöle-Ehlhardt über die erneute bundesweite Auszeichnung. „Damit sind wir mit beiden Bänden zur Gastarbeitergeschichte mit einer bundesweiten Auszeichnung belohnt worden – das passiert ja nun nicht jeden Tag.“ Ihr Dank ging an Annegret Tepe, die das gesamte Projekt organisierte, die Kontakte aufbaute, mit den jungen Autorinnen gemeinsam einen Leitfaden für die Interviews entwickelte und sie bei allen Gesprächen begleitete. „Wir sind sehr beeindruckt von der Offenheit und der Freundlichkeit, mit denen uns die Frauen begegnet sind“, betont Annegret Tepe die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. „Der Gesprächsfaden zwischen ihnen und den jungen Frauen war immer sofort gegeben, und viele Begebenheiten aus dem persönlichen Leben wurden zum Thema, die teilweise selbst die Familienangehörigen so noch nicht gehört hatten.“ Unter Leitung von Uschi Thöle-Ehlhardt entstand in der Endbearbeitung ein vielseitiges Porträt von Frauen, ergänzt durch erläuternde Texte, Hintergrundinformationen und typische Rezept aus den Heimatländern der Frauen.

Doris Schröder Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe und Schirmherrin der beiden Buch-Projekte, schickte umgehend herzliche Glückwünsche für diese beachtenswerte Leistung aus der Landeshauptstadt. Der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Werner Hülsmann, nannte das Buch „ein ergreifendes, beispielgebendes Projekt, mit dem sich die Bueraner Dorfgemeinschaft ihrer eigenen Geschichte und Identität widmet.“

Die AG-Gruppe beim Start des Projektes 2016

 

Dr. Susanne Tauss vom Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. sprach von einem „vorbildlichen Projekt, an dem die Geschichte von Migrantinnen partizipativ und wertschätzend ins Zentrum gerückt wird. Insbesondere die aktive Einbindung von Jugendlichen, die in diesem biografischen Vorhaben ihr eigenes Umfeld erkundeten, aber auch an der medialen Vermittlung beteiligt waren, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Gerne hat der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. „Nachgekommen – Frauen in der Gastarbeitergeschichte“ gefördert.“

Melles stellvertretende Bürgermeisterin Annegret Mielke gratulierte im Namen der Stadt: “Die gemeinsame Arbeit am Buch war praktizierte und gelingende Integration mit einem nachhaltigen Ergebnis.“ Aus Sicht der Schule betonte Birgit Meyer (Didaktische Leiterin der Lindenschule) den pädagogischen Wert des Projektes auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Frauen: „Die Mädchen können aus dem Projekt viel mitnehmen für ihr weiteres Leben und hatten die einmalige Gelegenheit sich tief in eine gesellschaftspolitische Thematik einzubringen und gemeinsam mit dem Team ein so hervorragendes Buch zu entwickeln.“ 

Die Gestaltung des Buches lag in bewährten Händen des Mediengestalters Lukas Ehlhardt, der auch diesem Band wieder eine ganz besondere und persönliche Note verlieh. In enger Abstimmung mit dem Projektteam gelang eine überzeugende und stimmige Gestaltung und Strukturierung des Buches.