Die AG-Gruppe zu Besuch in der Moschee in Melle

Schülerinnen informieren sich vor ort

Während der Arbeit am Buchprojekt wurde von den Schülerinnen der Wunsch geäußert, einmal eine Moschee zu besichtigen. Am 24. November 2016 fand die Besichtigung der DITIB Melle Mimar Sinan Moschee in Melle statt.

 

Am Eingang begrüßte uns Sümeyra Kilic. Sie ist Studentin der Islamischen Theologie in Osnabrück und war bis vor wenigen Monaten Vorsitzende des DİTİB-Bundesjugend-Vorstandes. Jetzt ist sie im Vorstand des DİTİB Landesjugendverband Niedersachsen /Bremen und im Vorstand der Meller Moschee.

 

Zu Beginn durften wir beim Nachmittags-Gebet der Männer dabei sein. Nachdem die Männer ihr Gebet beendet und den Raum verlassen hatten, gab uns Sümeyra Kilic kurz Informationen zur Meller Moschee. Die Meller Gemeinde hat ca. 100 Mitglieder. Ein Mitglied steht immer für eine Familie. In dem Gebäude gibt es mehrere Räume., unter anderem den Gebetsraum und einem Raum, in dem nur die Frauen beten.

Anschließend erklärte sie uns die Vorbereitungen und den Ablauf eines Gebetes.

Die Muslime sind verpflichtet, fünf Mal am Tag zu beten. Die Gebete sind nicht fest an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden, sondern müssen nur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes stattfinden. In der Moschee hängt eine große Tafel, auf der die Uhrzeiten für die Gebete abgebildet sind. Vor dem Gebet hat sich der Betende einer rituellen Waschung zu unterziehen. Es wird zwischen zwei Waschungen unterschieden, die Teilwaschung und die gesamte Körperwaschung. Der Gläubige wäscht sich das Gesicht und die Hände bis zu den Ellenbogen.

 

Eine besondere Bedeutung besitzt das Freitagsgebet. In allen Moscheen der DITIB wird von den Imamen das Gleiche gepredigt. Die Predigt wird auf Türkisch gehalten.  Mit einem großen Beamer wird die Predigt des Imam ins Deutsche übersetzt, da viele Muslime, die die Meller Moschee besuchen, hier besonders auch die Flüchtlinge, kein Türkisch verstehen.

Die türkische Republik stellt der Moschee den Imam für eine festgelegte Dauer von bis zu vier Jahren zur Verfügung. Der Imam wird in der Türkei ausgebildet und erhält zwei Gehälter, ein Gehalt erhält er von der Türkei und ein Gehalt wird durch die Mitgliedsbeiträge der Moscheemitglieder bezahlt. Neben den Aufgaben in der Moschee hat er auch viele soziale Funktionen. Familien fragen den Imam um Rat bei Konflikten in der Ehe oder Problemen mit Jugendlichen. Er ist heute Ehe- und Familienberater, Schlichter und vieles mehr.

 

Sümeyra Kilic erklärte uns die Bilder und Schriften an den Wänden der Gebetsräume.  Die Bedeutung und die Wesensarten der einzelnen Propheten. Im Islam sind die Propheten ausschließlich männlich. Sie wurden von Allah auserwählt, um sein Wort zu übermitteln. 

Sie zeigte uns die kleinen Tische vor denen sie früher knieten und den Koran auswendig lernen musste. Heute werden die Kinder anders unterrichtet – nicht mehr so streng und es wird ihnen vieles erklärt.

Weiter informierte sie über die islamische Kultur, z. B. das Kopftuch, die Heirat und die Scheidung.

Es war für alle ein sehr interessanter Besuch mit ganz vielen Informationen.

stimmen der schülerinnen zum besuch

Was die Schülerinnen beim Moschee-Besuch besonders beeindruckt hat:

 

Kristin: Gut war, dass sie über die Religion geredet hat und diese erklärt hat und wir vorher sehen konnten, wie die Männer in der Moschee beten.

Sarah: Spannend, wie andere Kulturen, wie Muslime beten.

Ceren: Schön, dass sie die Schriften an den Wänden erklärt hat.

Jule: Früher war der Koranunterricht härter. Heute ist er besser. Früher hatten sie kleine Tische, wo die Kinder davor gekniet haben und alles auswendig lernen mussten. Heute wird den Kindern vieles erklärt. Aber die Kinder sind heute  auch ungezogener. Bei den Muslimen ist es leichter die Religion zu wechseln. Man muss nur einen Satz sagen und sich zur Religion bekennen und schon wird man Muslime.

Tugba: Wir durften und konnten alles fragen und Sümeyra Kilic hat alle Fragen gut beantwortet.

Zekiye: Es war schön, dass sie uns die Bedeutung der Schriften und Mosaiksteine erklärt hat. Auch die Treppe im Gebetsraum, von der nur der Imam predigen darf.